Technik

Die angestrebte Technik sind sogenannte DNS-Sperren. An dieser Stelle ist ein kurzer (versprochen!), aber leicht verständlicher (auch versprochen!) Technikexkurs notwendig.

Die allermeisten Internetnutzer kennen das WWW über sogenannte Domains. Domains sind – in Analogie zum echten Leben – die Namen des Internets. Im echten Leben kennen wir Müller, Meier oder Schulze; im WWW sind es google.de, wikipedia.org oder amazon.com. Namen lassen sich leicht merken, aussprechen, usw. Die wenigsten wissen aber, dass diese Namen allein zu unserer Bequemlichkeit da sind.

Die Addressierung im Internet funktioniert ohne sie. Vergleichen Sie es mit einem Telefon. Auch hier wählen Sie eine Telefonnummer, um ihr Gegenüber zu erreichen. Wenn Sie ein moderneres Telefon haben, verfügen Sie in der Regel über ein Telefonbuch, in welchem Sie die Telefonnummer von Herrn Müller (123456) abspeichern können. Wählen Sie jetzt aus, Herrn Müller anrufen, liest ihr Telefon die zugehörige Nummer aus seinem Speicher aus und wählt diese. Der Vorteil: Sie müssen sich keine Nummern mehr merken, sondern nur die Namen. Hierzu ist unser Gehirn wesentlich besser in der Lage.

Im Internet funktioniert dies nicht anders. Die Telefonnummer des Internets ist die IP-Adresse. Geben Sie nun in ihrem Browser bspw. de-zensiert.de ein, schlägt ihr Computer diesen Namen im Telefonbuch des Internets nach, erhält eine IP-Adresse (für de-zensiert.de ist es die IP-Adresse 85.10.209.36 ) und ruft nun diese IP-Adresse auf. All dies geschieht vollkommen automatisch im Hintergrund.

Das Telefonbuch des Internets ist der sogenannte DNS-Server. Seine Aufgabe ist allein, Domain-Namen in IP-Adressen umzusetzen. Wenn Sie sich mit dem Internet verbinden, wird Ihnen ein DNS-Server von Ihrem Provider (T-Com, Freenet, Kabeldeutschland, etc.) automatisch zugewiesen. Ihr Computer benutzt dann diesen DNS-Server, um Domains in IP-Adressen zu übersetzen.

An diesem DNS-Server kann man nun mit einer Sperre ansetzen, indem man einfach den Eintrag zu einer bestimmten Domain manipuliert, also schlichtweg eine andere IP-Adresse einträgt. Mit einem modifzierten DNS-Eintrag können Sie den Aufruf einer Webseite umleiten und so beispielsweise einen Warnhinweis anzeigen, dass versucht wurde, eine gesperrte Seite aufzurufen.

Oder in der Analogie des Telefons: Sie ändern die Nummer von Herrn Meier (123456) in etwas anderes – bspw. 110. Wer nun versucht, Herrn Meier von Ihrem Telefon, aus dem Telefonbuch heraus, anzurufen, der wird nun die Polizei an an den Apparat bekommen anstatt Herrn Meier.