Sperren und Kollateralschäden

Hinzu kommt, dass DNS-Sperren nicht ohne Kollateralschäden ablaufen. Die im Internet bekannt gewordene Sperrliste des Staates Finnland[1] macht die eine Seite dieser Kollateralschäden deutlich. Eine Überprüfung der 1047 gesperrten Domains zeichnete folgendes erschreckendes Bild.[2]

Site type Number Ratio Content legality
Blue – the site is completely irrelevant. 9 < 1 % Legal
Green – the site has nothing to do with child porn. 879 84 % Legal
Yellow– the site contains pages of child models. 46 4-5 % Legal
Orange – at least a small portion of the site’s content may be classifiable as child porn, or the site links to such content. 28 2-3 % Difficult to define
Red – the site contains material that’s classifiable as child porn. 9 < 1 % ILLEGAL
Dead pages 76 7-8%
Total
1047 100%

Die andere Seite der Kollateralschäden sind nicht falsche Sperrungen, sondern Sperrungen von Seiten, die neben illegalen auch legale Inhalte enthalten. DNS-Sperren kennen nur ein entweder-oder. Wenn auf Youtube ein kinderpornographisches Video zur Verfügung steht – wird dann ganz YouTube gesperrt?

Beispielhaft zu nennen ist hier der Wikipedia-Eintrag in der englisch-sprachigen Wikipedia[6] über das Album Virgin Killer der Scorpions aus dem Jahre 1976[3]. In diesem ist das original Plattencover abgebildet, dass man eventuell als kinderpornographisch einstufen könnte. Eine Sperre würde hier die gesamte englischsprachige Wikipedia betreffen. Die Sperrung dieses Artikels durch Provider Großbritanniens am 5. Dezember 2008[4] führte zu erheblichen Beeinträchtigungen im ganzen Land beim Zugriff auf Wikipedia, teilweise war der Zugriff komplett unmöglich.[5]